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Die Perrera in Ses Salines

Einer unserer Autoren hat gestern die Perrera, ein Tierheim für Hunde, in Ses Salines besucht. Hier sein Bericht:

Wenn man als Hund auf Mallorca lebt und von Herrchen oder Frauchen nicht mehr gewollt wird, muss man Glück haben. Oder einen oder mehrere Schutzengel. Gelada hatte beides. Zwei der Schutzengel von der Perrera in Ses Salines sitzen mir in einem Café gegenüber und berichten von Geladas Schicksal. Gelada, eine Hündin der Rasse Pastor Mallorquina, hatte es früher nicht gut. Als sie in der Perrera abgegeben wurde, hatte sie eine offene Hautstelle am Hals. Sie war früher stets an der Kette gehalten worden. Oder Marco – noch ein Hund, der an der Kette liegen musste. Elke und Jutta nennen den Namen eines Hundes nach dem anderen. Ich hatte sie nach den Schicksalen “ihrer” Hunde gefragt und nach anfänglichem Nachdenken sprudelt es aus ihnen nur so heraus. Hundenamen, die zunächst alle mit einem traurigen Schicksal verbunden waren. Lissy, eine Dackelhündin, wurde zum Beispiel nachts einfach an den Zaun der Perrera angeleint und auf diese Weise von ihrem früheren Besitzer “entsorgt”.

Rottweiler-Mischlingshündin Anka wurde von ihrem früheren Halter in der Perrera abgegeben und sucht momentan ein neues Zuhause

Die Hunde, die in der Perrra Ses Salines abgegeben werden, haben Glück im Unglück. Das Schicksal eines Hundes auf Mallorca kann nämlich richtig traurig enden, wenn er in einem staatlichen Tierheim landet. Um Tierheime nach unserem Verständnis handelt es sich dabei nicht. Wird der Hund nicht binnen 21 Tagen von seinem Besitzer wieder abgeholt oder vermittelt, droht ihm die Todesspritze. Getötet werden die Hunde in der Perrera in Ses Salines hingegen nicht. Im Gegenteil, Elke, die man getrost als den guten Geist der Einrichtung bezeichnen darf, ist stolz darauf, dass alle abgegebenen Hunde untergebracht werden. Im letzten Jahr waren dies 170 Tiere, in diesem Jahr bislang 50. Möglich macht dies neben großem Engagement eine gut gepflegte Website, auf der jeder der zu vermittelnden Hunde mit Bild vorgestellt wird. Interessant ist nach der Vermittlung auch die weitere Entwicklung des Hundes zu beobachten. Unterstützt wird die Perrera von der Gemeinde Ses Salines, deren “Hundeauffangstation” die Einrichtung ist. Die Gemeinde kommt für das Futter und das Wasser auf und hat ein kleines Grundstück zur Verfügung gestellt. Demnächst muss im Ort allerdings umgezogen werden. Die sonstigen Kosten gehen zu Lasten der Perrera. Darunter fällt das gesamte Sortiment für die Hunde: zum Beispiel Flugboxen, Leinen, Halsbänder, Liegen für die Perrera, Körbchen und Decken. Auch die Tierarztkosten für kranke oder verletzt abgegebene Hunde gehen manchmal in den deutlich dreistelligen Bereich. Ohne Geld- und Sachspenden könnte die Perrera kaum überleben. Wird ein Hund nach Deutschland vermittelt, fallen für das neue Herrchen oder Frauchen Kosten in Höhe von 300 Euro für einen Rüden bzw. 350 Euro für eine Hündin (hier sind die Tierarztkosten höher) an. Die Tierarztkosten (Entwurmung, Impfung, Chip, Untersuchung auf Mittelmeerkrankheiten und die teure Kastration) sowie der Flug sind darin bereits enthalten. Die Perrera macht keinen Gewinn, versichert mir Elke. Ich glaube ihr das gern. Wenn sie Geld verdienen wollte, dürfte sie nicht so viel Zeit in “ihre” Hunde stecken.

Aus dem geplanten kurzen Besuch der Perrera ist eine längere Unterhaltung mit Elke und Jutta geworden, bei der ich viel über die Perrara erfahren habe. Wenn auch Sie mehr über die Perrera wissen oder vielleicht sogar einen Hund aus Mallorca bei sich aufnehmen möchten, schauen Sie doch einfach mal auf der Website der Perrera Ses Salines vorbei:

www.hunde-aus-mallorca.de

2 Kommentare zum Beitrag “Die Perrera in Ses Salines”

  1. Hallo,

    das hast Du aber sehr schön geschrieben. Hab leider deine Mailadresse nicht, daher antworte ich Dir hier. Du hast uns nach Anka gefragt und das ist eine Geschichte. Sie heißt Elsa.

    Elsa war zwischenzeitlich vermittelt in D und die Familie kam dann trotz aller Vorinfos von uns nicht mit dem Hund klar. Sie brachten ihn aber persönlich mit dem Fluzeug zurück und begleiteten sie ein paar Tage hier. Elsa war völlig verändert und verstört, sie knurrte sogar uns an und zeigte ein atypisches Verhalten. Weißt Du was? Und nun ist sie tagsüber wieder in der Autowerkstatt und nachts und am Wochenende in der Perrera – und- der Hund ist wie ausgewechselt, glücklich, entspannt und wartet auf neue Besitzer, aber welche mit Hundeverstand und am besten auf der Insel. Denn Elsa liebt die Insel und sogar die Perrera.

    Wenn Du mal etwas Neues schreiben möchtest: Ich baue jetzt hier für einen deutschen Jugendhilfeträger deutsche Pflegefamilien auf, die schwierige Jugendliche aufnehmen und hier resozialisieren.

    Adios angel Jutta

  2. Seit einem Monat habe ich “LENNOX”, einen Deutsch-Kurzhaar, aus der PERRERA. Ich bin mit JUTTA und ELKE befreundet und habe Jutta mehrmals während eines Malle-Urlaubs zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Perrera begleitet. Da die Frauen die Gehege säubern, den Hundis Fressen und Wasser geben müssen, haben sie keine Zeit für Spaziergänge.

    Das habe ich ein paarmal gemacht und mich dabei in Lenny verliebt. Er hat so gelitten beim Zurückbringen, dass ich mich entschlossen habe, ihn zu “adoptieren”. Und das werde ich mit Sicherheit niemals bereuen. Einen dankbareren, verschmusteren und treueren Hund kann Mann nicht finden!

    Ich hoffe, dass die Perrera auch weiterhin viele Tierfreunde findet, die bereit sind, die lieben Tölen mal auszuführen und sich dabei in sie verlieben …

    Macht weiter so! Alles Liebe, viele besos! joschi

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